Der Online-Redakteur

Immer wieder stelle ich fest, was ich als Online-Redakteur mache. Kein Wunder, denn selbst in Fachkreisen wird die Bezeichnung sehr unterschiedlich verwendet; wenn überhaupt. Daher nutze ich die Gelegenheit, mein Berufsbild so zu beschreiben, wie ich es verstehe bzw. ausübe.

Die Bezeichnung Online-Redakteur oder auch Online-Journalist versteht sich als Oberbegriff für alle, die für ein Online-Medium wie ein Web-Magazin, eine Community, einen Newsletter oder was auch immer, journalistisch tätig sind.
Was mache ich nun konkret als Online-Redakteur? Ich erschaffe Beiträge für Internet und Intranet, indem ich konzipiere, recherchiere, schreibe, bearbeite, Inhalte vertone, visuell aufbereite und präsentiere. Das setzt wiederum die Kenntnis des journalistischen Handwerks voraus: textsicher sein, keine Scheu vor einem Mikrofon haben, Bildausschnitte wählen, Infografiken gestalten
und Videosequenzen schneiden können. Und das alles in Personalunion.

Zu meinen Aufgaben als Online-Redakteur gehören:

  • Content/Themen aus verschiedenen Quellen recherchieren und aufnehmen
  • konzipieren: multimediales Drehbuch schreiben (Storyboard)
  • präsentieren: Hypertext schreiben, Hypermedia gestalten
  • redigieren: Content/Inhalte bearbeiten und schneiden
  • Content archivieren und dokumentieren (Content-Management)
  • die Kommunikation der User untereinander sowie User/Redaktion (Communitys) moderieren und organisieren
  • redaktionellen Informationsfluss und Kommunikationsabläufe (Workflow) organisieren.
  • Auch das Gute-Ideen-Haben (Text-Idee, Service-Idee, Idee für die online-gerechte Umsetzung, Überschriften-Idee, Teaser-Idee …) gehört dazu. Hier geht es dann über ins Kreative Schreiben.

Die onlinetypischen Formen muss der Online-Journalist beherrschen, ebenso wie er die klassischen journalistischen Darstellungsformen kennen sollte. Das umfasst das Konzipieren der Interaktion User/Server ebenso wie die Kommunikation. Der Online-Journalist hat gelernt, dass Journalisten Information und Meinung trennen und das für ihre Leser, Hörer, Zuschauer, User auch transparent machen. Information pur gibt er dem User in Meldungen, Nachrichten, Berichten. Hintergrund vermittelt er mit Interviews, Reportagen oder einem umfangreicheren Netzdossier, das Einzelheiten beschreibt und dem User beim Einordnen der Information hilft. Will der Online-Journalist seine Meinung äußern, nennt er den Beitrag einen Kommentar oder eine Kritik, manchmal schreibt er auch eine Glosse. Animierte Grafik setzt er zum Informieren wie zum Kommentieren ein. Wenn er Tipps und Ratschläge geben will, die auf die Frage »Wie geht das?« (how to …) antworten, verfasst er Servicebeiträge. Außerdem organisiert und moderiert er die User-Kommunikation.
Für Interaktion wie Kommunikation nutzt er Text, Hypertext sowie Audio- und Video-Elemente, eine Mischung, die Hypermedia genannt wird.

Wo arbeiten Online-Journalisten? Die Arbeitsfelder lassen sich in fünf Bereiche gliedern.

  1. Klassische Medien mit ihren Online-Auftritten
  2. Reine Online-Medien wie Online-Zeitungen, Web-Magazine, Portale
  3. Mischformen von Werbung und Journalismus
  4. Intranet-Redaktionen
  5. In der OnlinePresse- und Öffentlichkeitsarbeit

Haben Sie konkrete Fragen, möchten Sie mit mir zusammenarbeiten? Dann rufen Sie mich gerne an oder schreiben mir.