Ein distelichter Charakter

ersatzgestalt | Ein Sudelbuch über Leitbilder in der Literatur.
Ich suche nach erstrebenswerten Idealen, Vorbildern, von denen man sich leiten lassen mag, dem man nacheifert. Gemeint sind nicht zwangsläufig die von Menschen vorgelebten. Leitbilder sehe ich auch darin, wie jemand schreibt: Wie eine Figur in einem Text agiert. Und manchmal auch, wie es eben nicht gehen sollte; und dies mich so beschäftigt, dass ich losziehe und Alternativen suche, erschaffe. Alles positiv dargestellte gilt übrigens auch für die negativen Leitbilder; wo man sich sagt: so niemals. Diese werden ebenfalls beschrieben.

Ursprünglich wollte ich die Suche nach männlichen Vorbildern in den Fokus stellen- für meinen Blog mannstreu. Dies war mir dann aber zu eng gefasst. Denn Männlichkeit kann ja auch die Frau vermittelt werden. Daher bin ich auf das Leitbild umgeschwenkt. Zudem gibt es in meiner Welt niemandem dem ich im Ganzen nachstrebe, nachstreben würde. Es geht immer nur um einzelne Aspekte: Ich weiß doch viel zu wenig von einem Menschen um zu sagen: er, sie ist meine Vorbild; ihm, ihr will ich nacheifern. Eifere ich dann auch den “dunklen Seiten” nach? Nein. Also sage ich: wie das gemacht wurde, super. Das versuche ich auch. Und dann kommt etwas mir sehr wichtiges: ich bedanke mich bei diesem Menschen dafür. Selbst wenn dieser nicht mehr lebt. Nun; das bezieht sich auf “reale Menschen”.

Wie lässt sich das übertragen auf die Literatur? Wie finde ich da ein Leitbild? Muss der Autor, die Autorin die Figur präzise ausgearbeitet sein? Genügt ein Impuls, der mir dann durch das Vage den nötigen Anstoß gibt?
Wie könnte mein Danke-Ritual dann aussehen? Ich kann mir vorstellen, dass dies auch schriftlich erfolgt oder ich mich bildlich bedanke. Und wenn mich der Hafer sticht, schicke ich diesen Dank an die AutorInnen; sofern möglich.

Wie finde ich nun ein Leitbild? In meinem Fall ist der Ausgangspunkt das “anders machen wollen”. Mangels positiver Erlebnisse arbeite ich mich am Negativen ab und schaue, wie es auch anders geht (für mich). Bedeutet: anders als vielleicht zu erwarten steht in der Auflistung nicht der Name eines Menschen; wie z. B. Mahatma Gandi, sondern eine Situation, eine Herausforderung, der vorgelebte Umgang damit und die Suche nach positiven Alternativen. Dann erst der Mensch, oder die Menschen, die mir einen besseren Weg vermittelt, oder in Aussicht gestellt haben.

Welche konkreten Leitbilder haben Sie? Und warum? Wie hat Ihnen dies geholfen?

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