Im Dialog

Ein Beitrag über Organisation, Verein, Interessenverbände, die sich mit der Erinnern an die Shoa, sowie mit der Geschichte der jüdischen Kultur in Deutschland beschäftigen und dabei große Kompetenz erworben haben. Diese können Anlaufstellen für Fragen, Hilfestellungen sein. Zunächst möchte ich diese einfach auflisten; in einem späteren Arbeitsgang näher darauf eingehen. Diese Auswahl beschränkt sich auf die Ansprechpartner, die ich für meine Recherchen selbst kontaktiert habe. Es gibt so viele Anlaufstellen, daher schien mir diese Vorgehensweise am sinnvollsten.

Das Leo Baeck Institut – New York | Berlin ist eine Forschungsbibliothek und ein Archiv, das sich der Geschichte des deutschsprachigen Judentums widmet. Es gehört zu den bedeutendsten Sammlungsstätten von Primärquellen und Forschungsmaterial zum jüdischen Leben Zentraleuropas in den Jahrhunderten vor dem Holocaust.

Je nachdem was Sie interessiert, ist die Bundeszentrale für politische Bildung ein guter Ansprechpartner. Die Publikationen sind sehr lesenswert. Nicht nur für Schüler. Ich selbst lese regelmäßig das Magazin fluter.

Zwei Vereine, die sich um die Informationsvereitung und der Koordination zum Jubiläumsjahr 2021 kümmern: Interessant auch, weil sie mit vielen anderen Interessenvertetern in Verbindung stehen:

IM JAHR 2021 LEBEN JÜDINNEN UND JUDEN NACHWEISLICH SEIT 1700 JAHREN AUF DEM GEBIET DES HEUTIGEN DEUTSCHLANDS.
Aus diesem bedeutenden Anlass haben sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und wichtige Institutionen zusammengeschlossen, um dieses Ereignis unter der Leitung eines eigens gegründeten Vereins bundesweit zu begehen. Neben einem zentralen Festakt werden vielfältige Veranstaltungen bundesweit in Städten und Gemeinden ausgerichtet.

Der Verein 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V. hat sich am 18. April 2018 im Gemeindehaus der Synagoge Köln gegründet. Ziel des Vereins ist es, die Bedeutung der jüdischen Kultur und Geschichte für Deutschland und Europa wachzuhalten, auf ihr 1700-jähriges Bestehen hinzuweisen und dazu zentrale Feierlichkeiten im und rund um das Festjahr 2021 anzustoßen bzw. zu organisieren.

Meet a Jew | Das aktuelle jüdische Leben durch in Deutschland lebende jüdische Menschen kennen lernen, das ist die Idee hinter Meet a Jew. Denn eine persönliche Begegnung bewirkt, was tausend Bücher nicht leisten können. Wer Jüdinnen und Juden schon mal persönlich getroffen hat, ist weniger anfällig für Stereotype und Vorurteile und weiß, dass es viel mehr Themen gibt über die wir miteinander sprechen können als über Antisemitismus, die Shoah oder den Nahostkonflikt.
Meet a Jew ist 2020 aus dem Zusammenschluss der erfolgreichen jüdischen Projekte Rent a Jew und Likrat – Jugend & Dialog hervorgegangen. Gemeinsam entwickeln wir das Projekt weiter, ermöglichen noch mehr Begegnungen und erreichen weitere Zielgruppen an Universitäten, Sportvereinen, unter Pädagoginnen und Pädagogen oder im Internet.

Die Kulturdatenbank des Zentralrats der Juden in Deutschland | Jüdische Kulturveranstaltungen finden nicht nur in jüdischen Gemeinden statt. Jüdische und israelische Kulturtage, Dialogvereine und jüdische Museen gehören in Deutschland ebenfalls zu zentralen Kulturmittlern.

Bis vor einigen Jahren mussten interessierte Veranstalter vornehmlich außerhalb Deutschlands suchen und jüdische Künstler gewissermaßen importieren. Die jüdische Gemeinschaft der Nachkriegszeit war zahlenmäßig einfach zu klein, um eine vielfältige neue jüdische Kulturszene hervorzubringen. Das änderte sich erst durch die große Zuwanderung aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion in den 1990er Jahren. Zwischenzeitlich gibt es mehr und mehr jüdische Künstler, die sich in Deutschland angesiedelt haben und von hier aus ihre Karriere weiterbringen. Auch einige jüdische Israelis und Amerikaner befinden sich darunter.
Es sind jedoch mitnichten nur jüdische Künstler, die sich in Deutschland um jüdische Kultur bemühen. Sehr viele nicht-jüdische Künstler arbeiten zu jüdischen Themen und bereichern die jüdische Kulturszene hierzulande.

Die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg ist ein Ort lebendiger wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit allen Facetten jüdischer Religion, Geschichte, Kulturen und Gesellschaften. Die Nähe zum historischen Erbe der Entstehungslandschaft von Aschkenas bietet im Wissenschaftlichen wie im Religiösen Impulse für die Arbeit an der Hochschule. Ihr Interesse gilt aber immer dem Ganzen der jüdischen Kulturen über geographische und zeitliche Räume hinweg: in Vergangenheit und Gegenwart, als selbstgewisses Judentum, als Diaspora und ebenso im Land Israel.

Die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg steht allen Studierenden und Wissenschaftler*innen unabhängig von Herkunft und Bekenntnis offen. Ihr ist eine einzigartige Doppelgleisigkeit eingeschrieben, die sich auch räumlich abbildet; der wissenschaftlichen Bibliothek Albert Einstein ist, mit den Seminarräumen dazwischen, korrespondierend das Lehrhaus, der Beth Midrasch, gegenübergestellt; hier ist der Ort des religiösen Lernens der Grundlagentexte des Judentums mit dem Hochschulrabbiner und mit Mitgliedern des akademischen Lehrkörpers.

Das Visual History Archive an der Freien Universität Berlin950 Interviews aus der Sammlung der USC Shoah Foundation

Diese Plattform bietet Ihnen Zugang zu Transkriptionen von insgesamt 903 deutschsprachigen und 47 anderssprachigen Interviews aus der Sammlung der USC Shoah Foundation. The Institute for Visual History and Education.
Die Transkriptionen wurden in den Jahren 2008 bis 2012 an der Freien Universität Berlin im Rahmen Projektes “Zeugen der Shoah” erstellt. Zum Zugriff auf das Archiv der Abschriften.

Es findet sich dort auch ein Interview mit Bleckede-Bezug: Gerhard Moss, dessen Großvater dort geboren wurde.

Regionale Aktivitäten (Eine subjektive, inspirierende Auswahl)

Verein Geschichte hat Zukunft: Das Landwerk Neuendorf – eine historische Stätte deutsch-jüdischer Geschichte in Brandenburg
Der Gutshof in Neuendorf im Sande ist die einzige ehemalige
Hachschara-Stätte in Deutschland, in der einige der historischen
Bauwerke noch erhalten sind.
Seit 2018 bemüht sich unser Verein darum, die Geschichte des Gutshofes aufzuarbeiten, zu dokumentieren und vorort der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Jüdische Kultur  – das ist mehr als ein paar Spuren. Auch in Tübingen. Wir wollen die jüdische Kultur in Tübingen fördern.
Wir sind Bürger, die sich für die Vielfalt des Judentums in Geschichte und Gegenwart interessieren. Schwerpunkte unserer Vereinsarbeit sind jüdische Kultur heute und das Erbe und die Erinnerung an früheres jüdisches Leben in Tübingen. Die Nazis haben die Tübinger jüdische Gemeinde zerstört und in ganz Deutschland das jüdische Leben vernichtet.

Diese Liste wird fortgesetzt.

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